Am 25. April 1945 vereinigen sich sowjetische und amerikanische Truppen in Torgau, Sachsen, an den Ufern der Elbe. Torgau wird zum Symbol dieses historischen Tages. Doch fuer die Soldaten der Wehrmacht ist der Name Torgau mit einer anderen Realitaet verbunden: dem Gefaengnis „Fort Zinna", das das Reichskriegsgericht — das beruehmte RKG, die hoechste Militaergerichtsinstanz des Dritten Reiches — beherbergte.
Kaum befreit, verfassen ehemalige Haeftlinge von Torgau — Fort Zinna einen Bericht, in dem sie die Richter und Mitglieder des RKG als Kriegsverbrecher anklagen. Sie fordern Gerechtigkeit. Doch die Archive des RKG verschwinden im Chaos der Niederlage. Die Alliierten fuehren nur teilweise Ermittlungen durch, und schliesslich werden alle Strafverfolgungen eingestellt.
Der Film beginnt in Prag, mit der juengsten Wiederentdeckung der RKG-Archive und damit der Moeglichkeit, die Geschichte dieses Tribunals zu rekonstruieren. Historiker und Rechtswissenschaftler erlaeutern die unerbittlichen Mechanismen dieser nationalsozialistischen Militaerjustiz, die fuer die Verurteilung zum Tode von nahezu 30 000 Soldaten der Wehrmacht verantwortlich war. Deutsche Soldaten, aber auch Zwangsrekrutierte aus dem Elsass, Lothringen, Luxemburg und Polen — die letzten Zeitzeugen berichten ueber ihre Haftwege.
Angesichts der wiedergefundenen Beweise und der Arbeit der Historiker wuerdigt „Torgau 1939-1945" die Wege dieser Soldaten, die unter Einsatz ihres Lebens fuer die Bewahrung ihrer Gewissensfreiheit gekaempft haben.
