Der Artikel untersucht die Entstehung der Homosexualität als moderne Identität in Deutschland zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und der Mitte des 20. Jahrhunderts, wo sie zugleich theoretisiert (insbesondere durch die Psychiatrie und die Emanzipationsbewegungen) und unterdrückt wurde (vor allem unter dem Nationalsozialismus). Er hinterfragt die Idee eines „deutschen Modells" der Homosexualitäten, das durch eine doppelte Besonderheit geprägt ist: eine frühe Strukturierung der Gemeinschaften und eine systematische Repression, deren Einfluss über die Grenzen hinausreichte. Anhand verschiedener Fallstudien zeigt das Dossier, wie diese komplexe Vergangenheit weiterhin die erinnerungspolitischen und gesellschaftlichen Debatten nährt, zwischen nationalem Erbe und Globalisierung der LGBTQ+-Kämpfe.
Frédéric Stroh
Historiker | Dokumentarfilmer
Die Homosexualitaeten in Deutschland
Die Verfolgung der Homosexualitaet unter dem Nationalsozialismus| Herausgeber | STROH Frederic (dir.) |
|---|---|
| Dossiertitel | Les homosexualites en Allemagne (XIXe-XXIe s.) : un "Sonderweg" ? |
| Zeitschriftentitel | Revue d'Allemagne et des pays de langue allemande |
| Heftnummer | 53/2 |
| Erscheinungsjahr | 2021 |
